Gibt es Lebensgeschichten, die es Wert sind, gehört zu werden?

Seit Monaten beschäftigt mich diese Frage.

Ich will aufklären.

Dafür spring ich ins kalte Wasser.

Für Dich.

Für Andere.

Für Prävention.

Für offene Augen. 

Für das Leben. 

Vor knapp 4 Jahren.

vor knapp 4 Jahren, 

ist in mir etwas gestorben. 

Ich fragte mich so oft, 

ob diese Geschichte relevant ist

für euch? 

Vielleicht nicht,

vielleicht ist sie auch zu privat. 

Aber vielleicht kann sie auch Mut machen. 

Wir sind hier mittlerweile 18 000. 

18 000 Menschen denen ich Mut machen könnte. 

Man sagt doch sprichwörtlich „nach jedem Tief, kommt ein Hoch“. 

Ich denke das ist nicht so einfach. Aber ich glaube das man nach einem Tief, mehr unscheinbare Kleinigkeiten wahrnimmt. Sie wertschätzt. 

Dinge, die man für selbstverständlich hielt, in ein anderes Licht rücken. 

Ich habe zum Beispiel eine wahnsinnige Liebe zu Sonnenuntergängen entwickelt und verfalle auch in den traurigsten Momenten in den Bann jedes Sonnenuntergangs, wenn ich dieses Spektakel sehe. Das war aber nicht schon immer so, ich hielt sie bis vor 4 Jahren für selbstverständlich, wie so vieles andere in meinem Leben auch. 

Deswegen ist es an der Zeit, 

sie zu erzählen.

Meine Geschichte. 

Für x

Vom ersten Moment an

wusste ich,

Du bist es. 

Die Person mit der ich mein Leben teilen wollte. 

Gemeinsam lachen,

Gemeinsam weinen,

Zusammen alt werden. 

Du warst nicht nur meine große Liebe,

Sondern auch mein bester Freund.

Ich dachte wird können die Welt besiegen, 

alles schaffen, 

gemeinsam. 

8 Jahre mit allen Höhen und Tiefen

und dennoch die schönste Zeit meines Lebens. 

Bald sind es 4 Jahre 

ohne Dich. 

Bald sind es 4 Jahre, 

an denen ich Dich nicht mehr in den Arm nehmen konnte. 

Bald sind es 4 Jahre 

mit diesem unvorstellbaren Schmerz in mir. 

An manchen Tagen leichter, 

An manchen Tagen schwerer. 

Bald wären es 12 Jahre, 

mit Dir an meiner Seite. 

Leider haben wir nur 8 geschafft. 

Weil Du dich gegen das Leben entschieden hast.

Es vergeht kein Tag, ohne einen Gedanken an Dich. “

Meine große Liebe, hat sich aus schwerster Depression heraus, das Leben genommen. 

Diese eine Entscheidung ist eine der wenigen die nicht rückgängig gemacht werden können. 

Diese Entscheidung trägt einen unfassbar langen Rattenschwanz. 

Sie hat mein Leben verändert, 

mich aus der Bahn geworfen. 

Mich selbst fast aus dem Leben geworfen. 

Sie hat mich aber auch das Leben neu erlernen lassen. So unfassbar stark dieser Schmerz war und ist, soviel hat es mich auch über mich selbst lernen lassen. 

Wieso ich das erzähle, 

weil das Leben kein beschönigter Instagram Feed ist und weil das irgendwie auch okay so ist. 

Jeder Mensch ist eine Blackbox, niemand weiß wieso man sich manchmal „seltsam“ verhält, wenn man sich nicht öffnet. 

Vielleicht macht mich das angreifbarer, 

aber es macht mich auch  stärker, weil ich diese „Schwäche“ zulasse. 

Ich will Mut machen, Geschichten zu erzählen. 

Ich will Mut machen, zu sich zu stehen. 

Ja, ich leide seit seinem Tod, 

selbst an Depressionen. 

Niemand muss sich schämen, an einer psychischen Erkrankung zu leiden. Ich wünschte mir mehr Offenheit zu diesen Themen. 

Ja auch zu Suizid, denn es wird zu wenig darüber gesprochen. Obwohl sich 10 000 Menschen jährlich in Deutschland das Leben nehmen. 

Ich möchte aber auch zeigen, das es immer einen Weg heraus aus dem Tief gibt, 

vielleicht wird es nicht wie vorher, 

aber irgendwann kann man den Frühling wieder sehen.

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  • Geschichten sind immer relevant liebe Natalie, egal ob für eine Person, oder viele oder für dich oder ihn. Sie sind wichtig. Geschichten machen uns lebendig, lehren uns, bringen uns zum nachdenken und zum schweigen. Sie lassen uns staunen, lachen und Schmerzen fühlen. Ich fühle mit dir. Und kann es gut nachvollziehen. Auch wenn man so eine Erfahrung nie ganz nachvollziehen kann, auch wenn man ähnliches erlebt hat. Ich wünsche dir, dass dir das Schreiben Lebensfreude bringt, Träume und Hoffnung und Akzeptanz irgendwann. Alles Liebe,!
    Und ja – Suizid sollte kein Tabuthema mehr sein bzw. nicht so wie es in unserer Gesellschaft und in jeder, in der ich mich bis jetzt bewegt habe ist… Auch psychische Erkrankrngen sollten es nicht sein. Sind es aber leider immer noch.

  • Wow. Ich will mir gar nicht vorstellen, was du durchmachen musstest und noch immer durchmachst. Aber du bist unfassbar stark! Und auch wenn das vielleicht taktlos wirkt, so möchte ich es dir hier und jetzt trotzdem sagen: du kannst wunderschön schreiben und deine Geschichte mich nicht zuletzt deswegen umso mehr berührt.
    Und ich gebe dir auch absolut Recht – man sollte viel mehr und viel offener über dieses Thema sprechen!